Spektakuläres Verbrechen im Kunstmilieu

Suche nach dem verschollenen weltberühmten Gemälde von Franz Marc:
Kunstkrimi „Der Turm der blauen Pferde“, eine Autorenlesung mit Bernhard Jaumann

Ebenböckhaus, Ebenböckstraße 11, Beginn: 19.00 Uhr

Buch-Cover
B. Jaumann, privat

Der Gymnasiallehrer Bernhard Jaumann, 1957 in Augsburg geboren, schrieb 1997 seine erste Krimiserie und ist mittlerweile vielfacher Preisträger. 2019 startete er eine neue Reihe, in der die Detektei von Schleewitz mit spektakulären Verbrechen im Kunstmilieu konfrontiert wird. Für das Kulturforum München-West liest der Autor aus seinem ersten Kunstkrimi, bei dem es um die Suche nach einem der legendärsten verschollenen Gemälde der Kunstgeschichte geht, dem „Turm der blauen Pferde“ von Franz Marc. Das Gemälde zeigt vier muskulöse Pferde, vier Kraftpakete, aufgeschichtet zu einem monumentalen blauen Turm Der berühmte Maler lebte etwa zehn Jahre in Obermenzing, wo sein Vater sich in der Flossmannstraße von August Exter eine Villa erbauen ließ. Das Bild aus dem Jahr 1913 ist eine Ikone der klassischen Moderne es geht um den mysteriösen Verbleib von Marcs Werk. Das Bild hatte Hermann Göring für seine Privatsammlung an sich genommen, seit 1945 gilt es als verschollen und wurde so zu einem Mythos. Göring lebte übrigens in den 1920ern in Obermenzing, der heutigen Döbereinerstraße. Die drei Ermittler recherchieren auch in Pasing.. „Weil es eine Ikone der Moderne darstellt, weil es unschätzbaren materiellen und immateriellen Wert hat, weil es überall präsent und doch nicht mehr da ist, deshalb habe ich diese Bild zu Mittelpunkt meines Kunstkrimis gemacht“, so der Autor. „Vor allem aber, weil die Geschichte seines Verschwindens so voller Geheimnisse und Ungereimtheiten ist, dass die Phantasie eines Krimiautors darauf anspringen muss“. Auf der Jagd nach Mördern, Fälschern und verschollenen Meisterwerken begibt sich die Münchner Kunstdetektei von Schleewitz auf Spurensuche und zu der Frage, warum das Bild verschwunden ist, hat Bernhard Jaumann eine sehr spezielle Idee; lassen Sie sich überraschen. Sein anregendes Leitmotiv ist die Frage nach Wahrheit und Fälschung in der Kunst. Sie erfahren nicht nur viel über den Kunstmarkt, sondern lernen das Gemälde auf ganz besondere Weise kennen.

Wer findet die Kopie des Bildes in Pasing? Zu sehen im öffentlichen Raum…..

Bitte melden Sie sich an unter einladungen@kulturforum-mwest.de, Eintritt 12 € für Mitglieder, 15 € für Nichtmitglieder. Ort: Ebenböckhaus, Ebenböckstraße 11, Beginn: 19.00 Uhr.

Franz Marc
Franz Marcs „Der Turm der blauen Pferde“, 1913 in Sindelsdorf gemalt, ist eine Ikone der klassischen Moderne – und inspiriert bis heute Künstler und Autoren.  (Foto: imago stock/imago/WHA UnitedArchives015648)

Zwei Jungs entdecken in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs in einem verlassenen Tunnel nahe des Obersalzbergs einen Zug, randvoll mit Kunstschätzen. Vor allem das Gemälde mit den geheimnisvollen blauen Pferden fasziniert sie – doch dann kommt es zur Katastrophe. Und Franz Marcs Der Turm der blauen Pferde verschwindet für immer. Oder …?
Sprung in die Gegenwart: Die Münchner Kunstdetektei von Schleewitz erhält einen neuen Auftrag. Marcs legendäres Gemälde, von den Nazis zur »entarteten Kunst« erklärt und anschließend in Görings – der übrigens ebenfalls in Obermenzing lebte – Privatbesitz gewandert, soll wieder aufgetaucht sein. Ein steinreicher, kunstsammelnder Industrieller behauptet, das Bild auf verschlungenen Wegen von einem Unbekannten gekauft zu haben. Handelt es sich wirklich um das Original? Es wäre eine Weltsensation. Das Team der Detektei beginnt zu ermitteln. Schnell geraten die drei Detektive in ein Gewirr aus Fälschungen, mysteriösen Todesfällen und einem hollywoodreifen Kunstdiebstahl.

wo ist diese Kopie zu sehen?

PRESSESTIMMEN:

            Der mysteriöse Verbleib von Marcs Werk bietet (…) die fantastische Gelegenheit, herumzuspintisieren, ein paar Spitzen gegenüber dem „verrückten Kunstzirkus“ loszuwerden und klug zu unterhalten. Der gebürtige Augsburger Autor konfrontiert die Leser mit einer ausgefuchsten, immer wieder neue Volten schlagenden Version, wie und warum das Bild nach dem Zweiten Weltkrieg auf Nimmerwiedersehen verschwunden ist.“ (Florian Welle, in: Süddeutsche Zeitung, 4.11.2022)

            Jaumanns spannendes Werk als Krimi zu bezeichnen, greift zu kurz. In der fiktiven Rekonstruktion des Wegs, den Marcs Bild nach dem Krieg genommen haben könnte, verstrickt der Roman seine Protagonisten und die Leser in ein faszinierendes Spiel um Wahrheit und Illusion, Original und Fälschung und die Bedeutung moderner Malerei. Von geradezu expressionistischer Strahlkraft sind die sprachlichen Bilder, die Jaumann findet.
(Andrea Döring, in: Die Rheinpfalz, 26.1.2019)   

            Ein etwas anderer Krimi ohne durchgeknallte Serienkiller und depressive Kommissare. Und trotzdem ist diese Spurensuche richtig spannend (…) „Der Turm der blauen Pferde“ ist zwar ein Kunstkrimi, aber im Grunde funktioniert er wie ein spektakulärer Vermissten – oder Entführungsfall. Eine Geschichte voller Geheimnisse, bei dem Krimifans voll und ganz auf ihre Kosten kommen.
(Oliver Steuck, WDR 2 Krimitipp, 18.2.2019)

            Sehr geschickt lässt der Autor Bernhard Jaumann das verschollene Gemälde fiktiv wieder auftauchen und verknüpft seine Fiktion mit dem tatsächlichen Geschehen. (…) Diese Kombination aus realer Vergangenheit, fiktiver Gegenwart und interessanten Charakteren macht diesen Roman letztlich besonders spannend und interessant.
(Christof Renken, Buchblog Buch-O-Meter, 14.2.2019)

            Jaumann hat eine ungemein fantasievolle Geschichte geschrieben, die mit Geheimnissen jongliert, Fakten und  Fiktion geschickt vermischt. Ein verwirrend-komplexes Puzzle um Original und Fälschung, satirische Seitenhiebe auf den Kunstbetrieb inklusive. Absolut lesenswert.
(Volker Albers, Hamburger Abendblatt, 21.03.2019)

            Die diversen und scheinbar unzusammenhängenden Erzählstränge verwebt Jaumann meisterhaft, spannend, rätselhaft und nachvollziehbar zugleich. Ein nervenzehrendes Erzählvergnügen auf hohem Niveau. Und plötzlich interessiert man sich für Kunst. Man darf auch durchaus enthusiastisch sein. Naja, das mit dem Mord sollte man dann vielleicht doch unterlassen.
(sul, Aachener Zeitung, 18.2.2019)         

            Bernhard Jaumann vermischt hier Realität und Fiktion in einer unterhaltsamen Handlung, so dass man überrascht sein darf, wie spannend so ein Kunstthema als Krimi funktioniert. All dies verpackt in glaubwürdige Handlungsverläufe, mit wechselnden Perspektiven und tiefen Einblicken hinter die Kulissen der Kunstbranche. Lesenswert – nicht nur für Kunstliebhaber – und sehr amüsant.
(Iris Tscharf, crimemag,  4.3.2019)           

            Niemand scheint hier mit offenen Karten zu spielen – es wird geschwindelt und getrickst, was das Zeug hält. Und das passt zum Gegenstand der Ermittlungen. Denn die Frage „Original oder Fälschung“ ist ungeklärt und bezieht sich nicht nur auf das Gemälde. So wird Bernhard Jaumanns gewitzt konstruierter Kunstkrimi zum intelligenten Spiel mit Illusion und Wirklichkeit, auf das man sich mit Vergnügen einlassen mag.
(Joachim Feldmann, crimemag,  4.3.2019)